Digital Independence Day: Warum wir unsere digitale Freiheit zurückerobern müssen
Digital Independence Day: Jeden 1. Sonntag im Monat steigen wir um – auf Threema, Mastodon & Co. Warum? Weil unsere Daten und Meinungen nicht Facebook, Google & Co. gehören. Zeit für digitale Selbstbestimmung! Machst du mit?
Der Digital Independence Day (DID) ist mehr als nur ein symbolischer Aktionstag – er ist ein Weckruf für eine Gesellschaft, die ihre digitale Souveränität zurückgewinnen will. In einer Welt, in der wenige Tech-Konzerne und Superreiche wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg darüber entscheiden, wie wir kommunizieren, uns informieren und handeln, wird die Frage nach digitaler Unabhängigkeit immer dringlicher. Doch was steckt hinter dieser Bewegung, warum ist sie so wichtig, und wie kann jeder Einzelne mitmachen?
Marc-Uwe Kling liest Neues vom Känguru vor. Vielleicht auch was von Elon und Jeff on Mars. Und dann ruft das Känguru zum Digital Independence Day auf. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 (Talk von Tag 1 des 39C3, 27.12.2025)
Was ist der Digital Independence Day?
Der Digital Independence Day ist ein gemeinsames Projekt zahlreicher Organisationen, koordiniert von der Initiative „Save Social – Networks For Democracy“. Das Ziel: Menschen dazu ermutigen, sich von den Monopolen großer Tech-Plattformen zu lösen und zu demokratiefreundlichen, datenschutzkonformen Alternativen zu wechseln. Der DID findet jeden ersten Sonntag im Monat statt und ruft dazu auf, an diesem Tag bewusst auf unabhängige digitale Dienste umzusteigen – sei es bei E-Mails, Messengern, Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken.
Kernbotschaft: „Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Superreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen sie weltweit, wie wir uns online informieren, diskutieren, kommunizieren oder handeln. Die gute Nachricht: Diese Macht geben wir ihnen derzeit – und wir können sie ihnen auch wieder nehmen.“
Warum brauchen wir digitale Unabhängigkeit?
1. Machtkonzentration und geopolitische Risiken
Die Kontrolle über digitale Infrastrukturen ist längst kein rein technisches Thema mehr, sondern ein geopolitisches Machtinstrument. Beispiele aus dem Jahr 2025 zeigen, wie schnell digitale Abhängigkeiten zu realen Problemen führen können:
- Im März 2025 wurde die Einsatzfähigkeit ukrainischer HIMARS-Raketensysteme durch die US-Regierung eingeschränkt, als die Weitergabe von Echtzeit-Zielkoordinaten gestoppt wurde.
- Die US-Politik kann durch Druck auf Unternehmen wie Microsoft oder Social-Media-Plattformen ganze Länder von kritischen Updates oder Diensten ausschließen – mit potenziell verheerenden Folgen für Sicherheit und Wirtschaft.
2. Demokratie und Meinungsfreiheit in Gefahr
Wenn wenige Plattformen darüber entscheiden, welche Inhalte sichtbar sind und welche nicht, leidet die Meinungsvielfalt. Algorithmen und Zensurmechanismen können demokratische Debatten verzerren und gesellschaftliche Spaltung fördern. Der DID will hier gegensteuern, indem er Vielfalt und Freiheit im Netz stärkt.
3. Datenschutz und Privatsphäre
Große Tech-Konzerne sammeln massenhaft Nutzerdaten, oft ohne transparente Kontrolle. Der DID fordert den Umstieg auf datenschutzfreundliche Alternativen wie Threema, Waterfox oder Ecosia – nicht nur aus Prinzip, sondern als aktiven Schutz der Privatsphäre.
Wie kann digitale Unabhängigkeit gelingen?
1. Bewusster Wechsel zu Alternativen
Der DID gibt konkrete Handlungsempfehlungen:
- Messenger: Threema statt WhatsApp
- E-Mail: Posteo oder Mailbox.org statt Gmail
- Suchmaschinen: Startpage oder Ecosia statt Google
- Soziale Netzwerke: Mastodon oder Pixelfed statt Twitter, Facebook oder Instagram
2. Lokale Initiativen und Bildungsarbeit
Viele Städte und Organisationen veranstalten Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden – etwa im Rahmen des bundesweiten Digitaltags, der sich für digitale Teilhabe und Kompetenz starkmacht.
Hier können Interessierte lernen, wie sie ihre digitale Umgebung selbstbestimmt gestalten.
3. Politische und wirtschaftliche Souveränität
Europa setzt zunehmend auf Projekte wie Gaia-X oder den European Digital Innovation Hub, um eigene Standards und Infrastrukturen zu schaffen. Der DID unterstützt diese Bestrebungen, indem er öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema schafft.
Wie kann ich mitmachen?
- Am DID teilnehmen: Jeden ersten Sonntag im Monat bewusst auf unabhängige Dienste umsteigen und andere dazu einladen.
- Veranstaltungen besuchen: Ob Online-Workshops, Hackathons oder lokale Stammtische – der DID lebt vom Mitmachen.
- Spenden und unterstützen: Initiativen wie di.day oder der Chaos Computer Club brauchen Ressourcen, um ihre Arbeit fortzusetzen.
Fazit: Freiheit ist kein Geschenk, sondern eine Aufgabe

Der Digital Independence Day erinnert uns daran, dass digitale Freiheit kein Selbstläufer ist. Sie muss aktiv verteidigt und gelebt werden – durch bewusste Entscheidungen im Alltag, durch Engagement in der Zivilgesellschaft und durch politische Forderungen nach mehr Transparenz und Kontrolle. Wie bei jedem Unabhängigkeitstag geht es um mehr als nur Symbolik: Es geht um die Gestaltungsmacht über unsere eigene Zukunft.
Was wäre dein erster Schritt in Richtung digitaler Unabhängigkeit? Würdest du einen Messenger wechseln, eine Spende geben oder eine lokale Initiative unterstützen? Die Bewegung braucht dich – denn digitale Souveränität beginnt im Kleinen.
Quellen und weiterführende Links: